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Was ist ODL?

Messstellen auf dem Meer

Das Bundesamt für Strahlenschutz betreibt auf drei Forschungsplattformen in der Nord- und Ostsee Messstellen zur Überwachung der Umweltradioaktivität. Sie sind Teil des ODL-Messnetzes. Aufgrund ihrer geographischen Lage sind sie ein wichtiger Bestandteil des Frühwarnsystems bei radiologischen Ereignissen zum Beispiel in Großbritannien oder Schweden.

Messung der kosmischen Strahlung

Bei einer Messstelle auf dem Meer ist der terrestrische Anteil der Umweltradioaktivität aufgrund der Höhe der Plattform und der Wasserschicht zwischen Meeresboden und ODL-Sonde komplett abgeschirmt. Die Sonde erfasst daher nur den kosmischen Anteil der Umweltradioaktivität.

Die kosmische Strahlung aus dem Weltraum unterliegt einem komplexen Prozess der Interaktion mit dem Magnetfeld und der Erdatmosphäre. Der größte Anteil dieser Strahlung wird in der Atmosphäre abgeschwächt. Nur ein kleiner Bruchteil erreicht die Erdoberfläche als ionisierende Strahlung. Da die terrestrische Komponente fehlt und Regeneffekte auf der Plattform nur sehr kleine Erhöhungen zeigen (das Regenwasser läuft schnell ab), sind die kosmischen Effekte hier besser zu beobachten als an Land.

Frühwarnung bei radiologischen Ereignissen

Aufgrund der geographischen Lage eignen sic die drei Messstellen insbesondere für die Frühwarnung bei radiologischen Ereignissen. Ein erhöhter Wert auf einer der Forschungsplattformen wird zwar keinen Voralarm auslösen, da technische Effekte nicht ausgeschlossen werden können. Die Werte können aber zur Abschätzung der Stärke und der Dauer eines radioaktiven Ereignisses verwendet werden, sollte eine radioaktive Wolke das Festland erreichen.

Zeitreihe der Ortsdosisleistungsmessungen des Jahres 2013 von FINO 2 Lupe Zeitreihe der Ortsdosisleistungsmessungen des Jahres 2013 von FINO2. Bei den hohen Werten handelt es sich um Messfehler aufgrund von Windereignissen, die für starke Vibrationen der Plattform sorgen.

Windeffekt

Da die Geiger-Müller Zählrohre sehr empfindlich sind, stellen Messungen auf einer Plattform eine Herausforderung dar. Bei stärkerem Wind wird die Plattform in Schwingungen versetzt. Diese Schwingungen werden von den Zählrohren aufgrund ihrer Bauweise zum Teil fälschlicherweise als radioaktive Ereignisse wahrgenommen. Durch diesen sogenannten Windeffekt der Zählrohre ergeben sich insbesondere im Herbst und Winter Zeiten, zu denen die Messergebnisse unbrauchbar sind. Das Resultat des Windeffekts ist in der Zeitreihe der Ortdosisleistungengsmessungen an den hohen Ausreißern zu erkennen. Diese sind als unplausibel markiert und gehen nicht in die weitere Beurteilung mit ein.

© Bundesamt für Strahlenschutz